Checkliste – Pflegegrad 1

Mit dem 2017 eingeführten Pflegegrad 1 werden weitaus mehr Menschen von Pflege-Kassenleistungen berücksichtigt als bisher. Das Gesundheitsministerium schätzt ihre Zahl auf rund 500.000. Schon für Menschen mit geringen Bewegungseinschränkungen sieht der Gesetzgeber nun unterschiedliche Hilfsangebote und Leistungen vor.

Folgendes ist nach der Einstufung in diesen Pflegegrad wichtig: 

  • Anspruch auf umfassende Pflegeberatung: Lassen Sie sich beraten von Ihrer Pflegekasse, ihrem privaten Versicherungsunternehmen oder in einem Pflegestützpunkt. Mit den richtigen Maßnahmen können Sie Ihre Selbstständigkeit so lange wie möglich erhalten oder sogar wieder verbessern. 
  • Beratungseinsatz: Sie haben halbjährlich Anspruch auf einen Beratungseinsatz von Experten Ihrer Kasse oder eines Pflegedienstes. Notieren Sie Ihre Fragen und lernen Sie von den Pflegeprofis beim Hausbesuch. 
  • Pflegekurs für Angehörige: Ihre Angehörigen können kostenfrei an einem Pflegekurs teilnehmen. Es werden vor allem praktische Fertigkeiten für die Pflege der Betroffenen vermittelt. Fragen Sie nach bei Ihrer Krankenkasse oder Krankenversicherung. 
  • Entlastungsbetrag: Sie haben bei häuslicher Pflege Anspruch auf einen sogenannten Entlastungsbetrag von maximal 125 Euro im Monat. Der Betrag kann für die Leistungen ambulanter Pflegedienste eingesetzt werden aber auch für Tages- und Nachtpflege oder eine vollstationäre Kurzzeitpflege. 
  • Pflegehilfsmittel: Auch mit Pflegerad 1 haben Sie Anspruch auf eine Pauschale von 40 Euro monatlich für Pflegehilfsmittel zum Verbrauch. Das sind vor allem Pflegeutensilien zum einmaligen Gebrauch wie Desinfektionsmittel, Einmalhandschuhe oder Betteinlagen. 
  • Zuschuss für bauliche Maßnahmen: Müssen Sie ihr Wohnumfeld an die Pflegesituation anpassen, haben Sie Anspruch auf einen Zuschuss bis zu 4.000 Euro – Wohngruppen bis zu 16.000 Euro. 
  • Entlastung von Angehörigen 1: Angehörige haben auch hier Anspruch auf die sogenannte Pflegezeit, bei der Sie sich bis zu 6 Monate bei Ihrem Arbeitgeber freistellen lassen können. Zinslose Kredite können helfen, den Lohnausfall zu kompensieren. 
  • Entlastung von Angehörigen 2: Außerdem können Angehörige im Akutfall bis zu zehn Tage der Arbeit fernbleiben. Sie können
    Pflegeunterstützungsgeld als Ersatzleistung für den Lohnausfall beantragen.
     
  • Pflegeheim: Sollten Sie aus irgendwelchen Gründen die vollstationäre Unterbringung in einem Heim wählen, steht Ihnen ein Zuschuss der Pflegeversicherung von monatlich 125 Euro zu.

Alle Themen aus dieser Rubrik

häusliche Pflege

Ihre Pflege- und Wohnangebote

Suchen Sie nach einem Pflegedienstleister oder einer altersgerechten Wohnimmobilie in Ihrer Nähe? Pflegeheim, Tagespflege, mobiler Pflegedienst oder barrierefreie Wohnung – nutzen Sie unsere Suche nach Pflege- und Wohnangeboten. Sie können dort passende Anbieter direkt kontaktieren.

Haben wir etwas vergessen?

Schreiben Sie uns gerne, wenn Sie etwas in unserem Informationsportal vermissen oder einen Fehler entdecken. So können wir unser Angebot weiter verbessern. Unsere Redakteure freuen sich über jede Rückmeldung.