Vollstationäre Pflege – Die Leistungen der Pflegekassen zur Finanzierung des Pflegeheims

Pflegeheimkosten und Eigenanteil

Für die Kosten der vollstationären Pflege in Pflegeheimen oder Altenheimen erstattet die Pflegeversicherung eine Pauschale je nach Pflegegrad. Pflegebedürftige zahlen allerdings immer einen nicht unerheblichen Eigenanteil, weil die Leistungen der Pflegeversicherung bei weitem nicht ausreichen, alle Pflege-Kosten zu decken. Berücksichtigt werden bei der Pflegekassenleistung die Aufwendungen für die Pflege, Betreuung und medizinische Behandlungspflege. Zudem haben die Heimbewohner Anspruch auf zusätzliche Betreuungs- und Aktivierungsangebote.

Tabelle: Was zahlt die Pflegekasse für die Unterbringung im Pflegeheim bzw. Altenheim?

Die maximalen monatlichen Pauschalen liegen gestaffelt zwischen 770 Euro bei Pflegegrad 2 und 2005 Euro bei Pflegegrad 5. Pflegebedürftige mit Pflegegrad 1 haben Anrecht auf eine Pauschale von 125 Euro im Monat. Die Pflegekassen rechnen diese Beträge mit den Heimbetreibern direkt ab. Übrig bleibt der Eigenanteil.

Pflegeheim Altenheim
Pflegegrad Maximale Leistung pro Monat
1 125 Euro
2 770 Euro
3 1.262 Euro
4 1.775 Euro
5 2.005 Euro

Die Erstattung deckt nur einen Teil aller Heimkosten

Was die Pflegekassen oder auch die private Krankenversicherung für die Unterbringung in einem Altenheim erstattet, reicht schon bei weitem nicht aus, allein die Pflege zu bezahlen. Hinzu kommen Kost und Logis und die sogenannten Investitionskosten.

Die durchschnittliche Zuzahlung für einen Platz im Pflegeheim bzw. Altenheim beträgt 2.068 Euro

Mehr als 2.000 Euro müssen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen durchschnittlich für die Unterbringung in einem deutschen Pflegeheim aufbringen. Und dieser Betrag steigt stetig um rund 100 Euro im Jahr. Dieser Gesamtbetrag umfasst den  festgelegten Eigenanteil der Einrichtung, einen meist mindestens genauso hohen Betrag für Unterbringung und Verpflegung und Investitionskosten zwischen 450 und 550 Euro.

Der Eigenanteil für Pflege im Heim

Seit 2017 gilt: Der Eigenanteil für die pflegerischen Maßnahmen ist in jeder Pflegeinrichtung einheitlich – ganz unabhängig davon, ob Bewohner und Bewohnerinnen Pflegegrad 2 oder Pflegegrad 5 haben. Er wird zwischen Pflegekassen und jeder Einrichtung einzeln ausgehandelt und kann deshalb von Heim zu Heim stark variieren.  Ein Grund für die Neuregelung: Die Höherstufung des Pflegegrades wurde oft bewusst vermieden, weil die eigenen Kosten dann zu groß geworden wären. Eigentlich notwendige Hilfe wurde deshalb oft nicht in Anspruch genommen.

Die hohen und immer weiter steigenden Kosten für die Pflegebedürftigen haben dazu geführt, dass mehr als ein Drittel der Heimbewohner auf Sozialhilfe angewiesen sind.
Lesen Sie herzu auch unser Experteninterview zum Thema „Kosten und Finanzierung eines Heimplatzes“.
Wie Sie Ihren Eigenanteil von der Steuer absetzen können, erfahren Sie hier.

Tipp Icon

WICHTIG:

Der sogenannte Eigenanteil bezieht sich nur auf die wirklichen Pflegeleistungen. Bei der vollstationären Pflege fallen darüber hinaus noch Kosten für die Unterbringung und die Verpflegung an. Außerdem kann der Heimbetreiber in einigen Fällen auch Investitionskosten auf die Bewohner und Bewohnerinnen umlegen. Und für besonderen Komfort und Luxus können ebenso weitere Ausgaben anfallen.

Wie hoch ist die Zuzahlung für einen Platz im Pflegeheim bzw. Altenheim?

Den Eigenanteil können Sie in der den stationären Pflegeeinrichtungen in Erfahrung bringen. Er ist pro Einrichtung für alle Bewohner gleich, egal welchen Pflegegrad sie besitzen. Allerdings variiert er teilweise stark je nach Einrichtung und Region beziehungsweise Bundesland.

Wie berechne ich meinen Eigenanteil bei der Unterbringung im Pflegeheim?

Der Eigenanteil kann je nach Pflegeheim und Region sehr unterschiedlich sein. Deshalb hilft die Nachfrage bei anvisierten Heimen. Nach dem Verband der Ersatzkassen (vdek) liegt der Eigenanteil an Pflegeleistungen, welche die Pflegekassen mitfinanzieren, 2021 bei rund 830 Euro im Bundesdurchschnitt. Hinzu kommen, ebenfalls im Durchschnitt, knapp 780 Euro für Unterbringung und Verpflegung sowie fast 460 Euro Investitionskosten.

Was ändert sich mit der Pflegereform bei der vollstationären Pflege?

Mit der Pflegereform werden die Bewohner von Alten- bzw.
Pflegeheimen entlastet. Ihr sogenannter einrichtungseinheitlicher Eigenanteil
sinkt je nach Länge des bisherigen Aufenthalts in einer vollstationären
Pflegeeinrichtung wie folgt:

Tabelle: siehe https://www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/meldungen/20202021/pflegereform.html

Zu beachten ist, dass es hier nicht um den
Brutto-Eigenanteil geht, sondern nur um den Anteil an der Pflege im Heim. Kost
und Logis sowie Investitionskosten sind ausgenommen.

Mit dem Pflegelotsen des vdek finden Sie die jeweiligen
Eigenanteile für die einzelnen Einrichtungen auch bei Ihnen in der Nähe.

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Wir haben uns entschieden, Ihnen in Kooperation mit der Gutersohn-Apotheke eine sogenannte „Pflegebox“ ganz einfach zugänglich zu machen – in Apotheken-Qualität. Darin enthalten sind zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro (während der Pandemie sogar 60 Euro), die Menschen ab Pflegegrad 1 monatlich zustehen. Alles, was Sie tun müssen, ist, den Antrag auszufüllen und an uns zu senden. Wir kümmern uns um die Abwicklung. Die Pflegekassen genehmigen die Box mit den Verbrauchshilfsmitteln für mindestens ein Jahr. Der Inhalt kann ganz einfach monatlich angepasst werden.

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