Pflegebedarf identifizieren

Jeder Pflegebedarf ist individuell

Pflegebedürftigkeit ist ein gesetzlich definierter Begriff und auch eine Grundvoraussetzung für finanzielle Leistungen. Spricht man hingegen von Pflegebedarf, meint man die konkreten Bedürfnisse, die befriedigt werden sollen. Gute Pflege ist genau passend für die zu pflegende Person. Im Mittelpunkt steht der Mensch mit seinen individuellen Bedürfnissen und Fähigkeiten, aber auch mit dem, was er selbst nicht (mehr) kann. Pflege kompensiert genau das und leistet deshalb im Idealfall nicht zu viel und nicht zu wenig.

Bevor man also „wild drauf los pflegt“, sollte zuerst festgestellt werden, welchen konkreten Pflegebedarf ein Mensch hat.

pflegende junge Hand in älterer Hand

Daraus ergeben sich sowohl die konkrete Unterstützung in den verschiedensten Lebenssituationen, als auch mögliche technische Hilfsmittel, benötigte Verbands- und Versorgungsmaterialien und Anforderungen an die medizinische Betreuung.

Stellen Sie fest, was ein pflegebedürftiger Mensch nicht mehr allein kann. Was macht diese Person zu einem pflegebedürftigen Menschen? Mit gesundem Menschenverstand kann man recht schnell erkennen, worin Unterstützung liegen sollte. 

Pflegerin hilft beim Trinken

Den Pflegebedarf ermitteln ist Voraussetzung für gute Pflege

Hat sich eine Person beispielsweise beide Arme gebrochen und Gipsverbände erhalten, kann sie sich eigentlich gar nicht mehr selbst versorgen. Dann benötigt sie Hilfe bei allen Verrichtungen. Beim Essen und beim Trinken, da sie kein Besteck benutzen kann. Bei der Benutzung der Toilette, da sie sich nicht selbst reinigen kann. Bei der Körperpflege, da sie weder Handtuch noch Waschlappen benutzen kann. Die Person kann vielleicht noch allein die Seiten einer Zeitschrift umblättern oder den Kanal im Fernseher wechseln. Sie kann vielleicht auch allein aufstehen und laufen, aber sich nicht mehr allein anziehen um das Haus zu verlassen. 

Holen Sie sich Tipps im Krankenhaus oder bei einem Pflegedienst

Bei Pflegebedürftigkeit, die durch akute Ereignisse – zum Beispiel durch einen Unfall – entsteht, befindet sich die zu pflegende Person fast immer in einem Krankenhaus. Das dortige Pflegepersonal kann Sie zur notwendigen Unterstützung beraten und Ihnen viele Tipps geben, wie Sie die Pflege selbst durchführen. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen und gegebenenfalls auch unbequem zu sein. Es ist besser für Sie und für die zu pflegende Person, wenn Sie mehr wissen. So können Sie die spätere Pflege viel besser durchführen.  

Gerade bei alten Menschen entsteht Pflegebedürftigkeit aber nicht über Nacht, sondern entwickelt sich schleichend über einen längeren Zeitraum. Betroffene Menschen besorgen sich im Laufe der Zeit kleine Alltagshelfer, die das Leben erleichtern. Nehmen Sie Beratungstermine ambulanter Pflegedienste wahr und lassen Sie sich den notwendigen Pflegeumfang erklären. Selbst wenn Sie keinen Vertrag mit dem Dienst schließen – ein Beratungsgespräch ist besser als kein Beratungsgespräch. 

Wichtig ist, dass Pflege kompensierend wirken soll: Pflege ersetzt nur das, was ein Mensch selbst nicht mehr kann. Alles was dieser Mensch noch selbst tun kann, sollte er eben auch tun. Manche Pflegepersonen neigen vor allem zu Beginn einer Pflegebedürftigkeit dazu, zu viel zu tun. Das ist einerseits nicht notwendig und führt zu Stress und Belastungen bei der Pflegeperson. Andererseits nimmt es dem zu pflegenden Menschen die Möglichkeit, sein Leben selbst zu gestalten und Verantwortung für sich zu übernehmen. Das ist sogar schädlich, denn es gehört zu den Aufgaben des Menschen, sich in seinem Umfeld zu verwirklichen. 

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Wir haben uns entschieden, Ihnen in Kooperation mit der Gutersohn-Apotheke eine sogenannte „Pflegebox“ ganz einfach zugänglich zu machen – in Apotheken-Qualität. Darin enthalten sind zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro (während der Pandemie sogar 60 Euro), die Menschen ab Pflegegrad 1 monatlich zustehen. Alles, was Sie tun müssen, ist, den Antrag auszufüllen und an uns zu senden. Wir kümmern uns um die Abwicklung. Die Pflegekassen genehmigen die Box mit den Verbrauchshilfsmitteln für mindestens ein Jahr. Der Inhalt kann ganz einfach monatlich angepasst werden.

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