Kontrakturprophylaxe

Was ist eine Kontraktur?

Kontrakturen sind Versteifungen von Gelenken. Die Ursache ist immer ein Mangel an Bewegung. Ganz nach dem Motto: “Wer rastet, der rostet!”, funktionieren Gelenke des Menschen nicht mehr, wenn sie nicht benutzt werden. Einmal entwickelte Kontrakturen können nur in wenigen Fällen wieder zurückgebildet werden, meist bleiben sie dauerhaft. Von Kontrakturen können alle menschlichen Gelenke betroffen sein. 

Betrachtet man beispielsweise die menschliche Hand, so finden sich dort insgesamt 27 einzelne Knochen, die durch Gelenke miteinander verbunden sind. Eine gesunde Hand ist in der Lage, so viele Bewegungen auszuführen, dass es bislang noch nicht gelungen ist, dieses bei Robotern nachzubilden. 

steife Hand Mobilisierung Pflege
Mobilisierung Pflege

Viele pflegebedürftige Menschen sind gefährdet

Pflegebedürftige Menschen haben die verschiedensten Bewegungseinschränkungen, die eine Vielzahl von Ursachen haben können. Manche leiden an Lähmungen, andere sind allgemein so schwach, dass sie sich kaum noch bewegen. Wieder andere leiden an Schmerzen und versuchen sich deshalb so wenig wie möglich zu bewegen. Es ist die Aufgabe der pflegenden Person festzustellen, welche Bewegungen zu pflegende Menschen nicht mehr allein durchführen können. 

Aktive und passive Bewegung beugt Kontrakturen vor

Statt aktiver, also selbstgesteuerter Bewegung, können zu pflegende Menschen durch andere Personen bewegt werden (passive Bewegung). Auch pflegebedürftige Menschen können belastet werden. Vielleicht benötigen sie Hilfe beim Aufstehen, vielleicht muss man Hilfsmittel verwenden, um Bewegung zu ermöglichen. Vielleicht ist es auch notwendig Schmerzmedikamente zu verabreichen, bevor die zu pflegende Person bewegt wird. Auf Bewegung zu verzichten kann jedenfalls keine Lösung sein!  

Welche konkreten Maßnahmen helfen? Bewegung, Bewegung und nochmals Bewegung

Die Pflegeperson kann 

  • die pflegebedürftige Person auffordern, den Trinkbecher selbst festzuhalten, 
  • der zu pflegenden Person die Beine im Bett aufstellen, 
  • eine Handmassage machen, 
  • die Füße des zu pflegenden Menschen bewegen, 
  • der betroffenen Person für zwei Stunden am Tag knöchelhohe Turnschuhe anziehen, 
  • gelähmte Körperpartien passiv bewegen, 
  • Körpergelenke des zu pflegenden Menschen massieren, 
  • Schmerzmittel verabreichen und nach Wirkungseintritt die betroffene Person aus dem Bett mobilisieren. 

Zur Vorbeugung von Kontrakturen hilft nur Bewegung! Es sollte die verbliebene Bewegungsfähigkeit zu pflegender Personen aufrecht erhalten werden. Dabei müssen betroffene Menschen in aller Form in ihrer Bewegung gefördert werden. Bestandteil dessen ist es auch, Bewegung immer wieder einzufordern.

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