Pflege bei Harnkatheterismus

Pflege von Menschen mit Harnkatheter

Bei verschiedenen Krankheiten wird ein Schlauch in die Blase eingelegt, über den Urin in einen Auffangbeutel abgeleitet werden kann. Grundsätzlich werden mehrere Formen unterschieden: Die wichtigsten sind Transurethrale Katheter, die durch die menschliche Harnröhre in die Blase eingelegt werden und suprapubische Blasenkatheter, bei denen der Urin durch eine künstlich angelegte Verbindung zwischen der unteren Bauchdecke und der Harnblase abgeleitet wird. 

Harnkatheter

Inkontinenz allein ist keine Indikation für einen Harnkatheter

Lassen Sie sich von der behandelnden Ärztin beziehungsweise dem behandelnden Arzt erklären, weshalb die Anlage eines solchen Katheters notwendig ist. Harnkatheter sollten so kurz wie möglich sein, da sie ein hohes Risiko für Entzündungen darstellen. Die Inkontinenz eines Menschen beispielsweise ist kein Grund für die Anlage eines Katheters! Das mit Harnblasenkatheterismus verbundene Infektionsrisiko wiegt schwerer, als die notwendige Inkontinenzversorgung. 

Pflegepersonen müssen im Umgang mit Harnkathetern geschult sein

Transurethraler Harnkatheterismus kann sowohl durch Verweilkatheter (Dauerkatheter), als auch durch Einmalkatheterisierungen erfolgen. Menschen, die Einmalkatheter anwenden, werden normalerweise durch fachkundiges Personal geschult. Es muss eine bestimmte sterile Vorgehensweise beachtet werden, um zu vermeiden, dass Keime in die Harnblase gelangen. In beiden Fällen muss geeignetes Material verwendet und die richtige Größe von Kathetern beachtet werden. Lassen Sie sich beraten! 

Größtes Risiko sind Infektionen

Transurethrale Blasenkatheter führen häufig zu Infektionen der Harnwege, einer gefährlichen Komplikation für betroffene Menschen. Bei Dauerkathetern sollte ein sogenanntes ‘geschlossenes System’ verwendet werden, das in regelmäßigen Abständen gewechselt werden muss. Zusätzlich sollte ein- bis zweimal täglich eine Katheterpflege durchgeführt werden: Die Mündung der Harnröhre, der Katheter selbst und die gesamte Genitalregion werden gründlich mit Wasser und einer Seifenlösung gereinigt. 

Die Einstichstelle bei suprapubischen Blasenkathetern wird ebenfalls ein- bis zweimal täglich mit Wasser und Seifenlösung gereinigt. Bei Entzündungen (Zeichen von Entzündungen sind Rötung, Schwellung, Schmerz und erhöhte Temperatur) und direkt nach der Anlage eines solchen Katheters, wird ein Verband angelegt, der die Einstichstelle schützt. Nach aktuellem Stand ist ein solcher Verband bei schon länger liegenden, entzündungsfreien Einstichstellen nicht notwendig. Manchmal treten bei solchen Kathetern kleine Mengen Urin an der Einstichstelle aus. Das ist nicht gefährlich; Sie können aber zum Schutz der Kleidung eine Kompresse aufbringen. 

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