Altersgerechter Umbau aus einer Hand

Für viele pflegebedürftige Menschen ist die altersgerechte Gestaltung ihres Zuhauses eine große Herausforderung, die trotz des starken Wunsches, möglichst lange im eigenen zuhause leben zu können, viel zu selten gemeistert wird – trotz vieler finanzieller Fördermittel und Hilfsangebote. Warum? Pflegebedürftige und ihre Angehörigen kennen mögliche Ansprüche und Zuschüsse nicht oder sind schlichtweg mit der Abwicklung der Formalien überfordert: Möglichkeiten prüfen und Umbauten bis ins letzte Detail planen, die verfügbaren Fördermittel der Pflegekassen, der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sowie der Bundesländer abrufen und kombinieren sowie dann noch den richtigen Handwerker finden – das alles erfordert viel Organisations- und Rechercheaufwand. 

 

 

 

 

Inzwischen gibt es daher erste Komplettservice-Anbieter, die Ihnen die komplizierte Organisation des barrierefreien Umbaus abnehmen. Sie bieten ihren Kunden Beratung, planen mit Ihnen zusammen die barrierefreien Umbaumaßnahmen, unterstützen sie bei der Beantragung der Fördermittel und stellen die Handwerker. Das junge Hamburger Start-up besser zuhause hat für diese einfache Alles-aus-einer-Hand-Lösung prompt den zweiten Platz im EY Public Value Award 2019 erobert. Weitere bekannte Unternehmen in diesem Bereich sind Invocap und Seniovo aus Berlin sowie Banovo aus München.

Wie der Komplettservice in der Praxis funktioniert, erklärt Ihnen unser Gastexperte Hans Nolte, Leiter der Kooperationen von besser zuhause.

Herr Nolte, was bietet besser zuhause Menschen an, die ihr Zuhause barrierefreie umbauen möchten?

Mit dem Ziel, den altersgerechten Umbau so einfach wie möglich zu gestalten, haben wir einen Komplettservice für Pflegebedürftige entwickelt – aufgrund gesetzlicher Zuschüsse ist dieser häufig sogar zuzahlungsfrei. Wir nehmen unsere Kunden förmlich an die Hand und führen sie durch den komplexen Prozess. Wir beraten bei ihnen zuhause, planen konkrete Wohnumfeldverbesserungen, koordinieren Handwerker und rechnen Umbauten direkt mit der Pflegekasse ab. So ermöglichen wir es pflegebedürftigen Menschen, länger und besser zuhause zu wohnen.

Hans Nolte

Leiter der Kooperationen von besser zuhause

Wie sieht das im Detail aus?

Die erste Beratung erfolgt am Telefon, bevor einer unser zertifizierten Wohnumfeldberater sich vor Ort ein genaues Bild von der individuellen Situation verschafft. Der Berater bespricht mit dem Kunden Optionen zur Barrierereduzierung, beispielsweise ein erhöhtes WC, eine bodenebene Dusche, eine Badewannentür oder Haltegriffe. Zum Teil werden Sachen direkt beseitigt, etwa Teppich-Stolperfallen. Auf Basis des Kundenwunsches erstellen wir daraufhin einen Kostenvoranschlag sowie einen Antrag auf Pflegekassen-Zuschuss von bis zu 4.000 Euro – bei Haushalten mit mehreren Pflegebedürftigen sind es gar bis zu 16.000 Euro – und reichen diese bei der zuständigen Pflegekasse ein. Bei Rückfragen zum Antrag seitens der Kasse übernehmen wir mit unser erfahrenen Rechtsabteilung, um unseren Kunden schnell zu ihrem Recht zu verhelfen. Nach der Bewilligung koordinieren wir die Umbaumaßnahmen, die durch erfahrene und zuverlässige Partnerbetriebe umgesetzt werden. Nach dem erfolgreichen Umbau rechnen wir direkt mit der Pflegekasse ab. Im Idealfall ist die Barrierereduzierung für unsere Kunden zuzahlungsfrei.

Wieso ist gerade hierzulande ein Alles-aus-einer-Hand-Modell im Bereich wohnumfeldverbessernde Maßnahmen so wichtig?

Laut dem Pflegereport der BARMER GEK von 2015 haben gerade einmal 3,7 % der Berechtigten den Zuschuss ihrer Pflegekasse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen in Anspruch genommen. Die Antragsstellung und Durchführung der Umbauten ist komplex – das wissen wir. Deshalb halten wir die zahlreichen bürokratischen Hürden, die Menschen aktuell zurückschrecken lassen, möglichst gering. Es geht darum, die mentale und zeitliche Last von den Pflegebedürftigen und ihren pflegenden Angehörigen zu nehmen und als persönlicher Ansprechpartner und Berater bei diesem Prozess zur Seite zu stehen. So können wir einen reibungslosen und schnellen Ablauf garantieren.

In welcher Region bieten Sie Ihren Service an?

Aktuell ist besser zuhause vor allem im Großraum Hamburg und Teilen von Schleswig-Holstein tätig. Wir planen jedoch, weiter zu expandieren, denn die Resonanz ist jetzt schon enorm. Ein Angebot wie unseres hat bisher gefehlt – das hören wir immer wieder von unseren Kunden.

Mein Tipp: Denken Sie daran, dass der Pflegekassen-Zuschuss von bis zu 4.000 Euro nach § 40 SGB XI pro Person gilt, nicht pro Haushalt. Das heißt, wenn z.B. zwei Menschen mit Pflegegrad zusammenleben, haben sie Anspruch auf insgesamt bis zu 8.000 Euro.

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