Altersgerecht, ohne danach auszusehen

Altersgerecht, ohne danach auszusehen

Am liebsten möchte man auch und gerade im Alter in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Idealerweise umgeben von den lieb gewonnenen Möbeln und Einrichtungsgegenständen. Der Düsseldorfer Interieur-Designer Oliver Conrad kennt diesen Wunsch aus erster Hand. Conrad beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit den Ansprüchen der älter werdenden Menschen an das eigene Zuhause. Er entwickelt und gestaltet Interieur-Design-Konzepte für den Wachstumsmarkt des Wohnens im Alter.

Conrad sieht sich als Mittler zwischen der Möbel- und Einrichtungsindustrie, den Betreibern von Pflege- und Gesundheitsimmobilien sowie den zukünftigen Bewohnern beispielsweise von Service-Wohnen-Apartments. Die Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt, lassen sich nur dann lösen, so Conrad, wenn Lebensräume geschaffen werden, die attraktiv gestaltet sind. In einer gemeinsamen Initiative mit Vincentz Network, dem führenden Fachverlag für die Pflegewirtschaft, hat er Universal Rooms entwickelt: ein Designkonzept für das lebenslaufbeständige Wohnen.

Altersgerechtes Design: Komfort für jedes Alter

Am liebsten möchte man auch und gerade im Alter in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben. Idealerweise umgeben von den lieb gewonnenen Möbeln und Einrichtungsgegenständen. Der Düsseldorfer Interieur-Designer Oliver Conrad kennt diesen Wunsch aus erster Hand. Conrad beschäftigt sich bereits seit einigen Jahren mit den Ansprüchen der älter werdenden Menschen an das eigene Zuhause. Er entwickelt und gestaltet Interieur-Design-Konzepte für den Wachstumsmarkt des Wohnens im Alter.

Conrad sieht sich als Mittler zwischen der Möbel- und Einrichtungsindustrie, den Betreibern von Pflege- und Gesundheitsimmobilien sowie den zukünftigen Bewohnern beispielsweise von Service-Wohnen-Apartments. Die Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt, lassen sich nur dann lösen, so Conrad, wenn Lebensräume geschaffen werden, die attraktiv gestaltet sind. In einer gemeinsamen Initiative mit Vincentz Network, dem führenden Fachverlag für die Pflegewirtschaft, hat er Universal Rooms entwickelt: ein Designkonzept für das lebenslaufbeständige Wohnen.

Im Interview gibt der Design-Experte Einsichten in seine tägliche Arbeit und verrät, worauf man bei der Gestaltung von Lebensräumen achten muss.

Herr Conrad, braucht es eigentlich ein besonderes ‚altersgerechtes‘ Design für die Zielgruppe 65 plus?

Eigentlich nicht. Denn die Menschen fühlen sich gar nicht alt. Wir sprechen ja nicht den alten Menschen an, sondern den Menschen an sich. Ich orientiere mich in dem Zusammenhang an meinem Motto ‚Einfach weglassen, was nach Alter aussieht‘. Sehen Sie, ich bin selbst Mitglied der Babyboomer-Generation und denke bereits heute darüber nach, in welcher Umgebung ich später mal leben möchte. Das sollte alles so normal wie möglich aussehen und eine hohe Gestaltungs- und Wohlfühlqualität haben. Warum sollte ich den Sitz in der Dusche erst im Alter bekommen, wenn ich ihn bereits heute schon gut gebrauchen kann? Bei der Industrie muss ich da vielfach noch Überzeugungsarbeit leisten. Denn am Ende geht es ja darum, Produkte und Services zu entwickeln, die einer möglichst breiten Zielgruppe gefallen. Das ist uns beim Projekt „Universal Rooms – Wohnen für alle“ sehr gut gelungen.

Oliver Conrad

Entwickler und Gestalter von Interieur-Design-Konzepten

Oliver Conrad

Entwickler und Gestalter von Interieur-Design-Konzepten

Herr Conrad, braucht es eigentlich ein besonderes ‚altersgerechtes‘ Design für die Zielgruppe 65 plus?

Eigentlich nicht. Denn die Menschen fühlen sich gar nicht alt. Wir sprechen ja nicht den alten Menschen an, sondern den Menschen an sich. Ich orientiere mich in dem Zusammenhang an meinem Motto ‚Einfach weglassen, was nach Alter aussieht‘. Sehen Sie, ich bin selbst Mitglied der Babyboomer-Generation und denke bereits heute darüber nach, in welcher Umgebung ich später mal leben möchte. Das sollte alles so normal wie möglich aussehen und eine hohe Gestaltungs- und Wohlfühlqualität haben. Warum sollte ich den Sitz in der Dusche erst im Alter bekommen, wenn ich ihn bereits heute schon gut gebrauchen kann? Bei der Industrie muss ich da vielfach noch Überzeugungsarbeit leisten. Denn am Ende geht es ja darum, Produkte und Services zu entwickeln, die einer möglichst breiten Zielgruppe gefallen. Das ist uns beim Projekt „Universal Rooms – Wohnen für alle“ sehr gut gelungen.

Das müssten Sie uns etwas näher erläutern …

„Universal Rooms“ bietet Lösungen für verschiedene Formen des Wohnens im Alter und integriert – ganz im Sinne einer zukunftsorientierten Quartiersentwicklung – Immobilienarten wie Mikro-Living, temporäres Wohnen und die Anbindung an urbane und ländliche Räume. Als Kurator des Projekts habe ich darauf geachtet, dass die Produkte und Materialien gut aufeinander abgestimmt sind und wir den künftigen Nutzer nicht durch zu komplexe Prozesse verschrecken. Wir müssen vermeiden, dass man für seine Wohnung erst eine Gebrauchsanweisung zu Rate ziehen muss. Es ist für einen Designer nicht immer leicht, die Balance zu schaffen zwischen einer DIN-gerechten Gestaltung und der Schaffung einer nicht stigmatisierenden Wohlfühl-Atmosphäre.

Was halten Sie in dem Zusammenhang von dem Einsatz von Technik und digitalen Assistenzsystemen?

Was halten Sie in dem Zusammenhang von dem Einsatz von Technik und digitalen Assistenzsystemen?

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir den Menschen nicht mit allzu vielen digitalen Helferlein überfordern sollten. Es ist wichtig, ein zu hohes Maß an Komplexität zu vermeiden. Technik sollte sich vornehm im Hintergrund halten und zuverlässig funktionieren. Auf jeden Fall sollten wir uns von einem Ansatz distanzieren, der sich vordergründig an den Defiziten und Handicaps der Nutzer orientiert. Der Automobilindustrie ist das sehr gut gelungen. Nehmen Sie zum Beispiel die in einer PKW-Fernbedienung integrierten, oder vielleicht sollten wir besser sagen, versteckt eingebauten, Funktionen. Durch einfaches Drücken eines zentralen Bedienknopfes werden alle Türen und Fenster verschlossen, das Licht ausgeschaltet und die Spiegel werden eingeklappt. Das appelliert an mein Sicherheitsgefühl und an den Komfort. Das sind lebenserleichternde Funktionen, die ich mir auch sehr gut in meiner Wohnung vorstellen kann.

Der Tipp des Experten:
Schauen Sie sich die Nutzer und ihre Bedürfnisse genau an! Achten Sie auf eine ganzheitliche Gestaltung der Lebensräume! Sorgen Sie für eine Wohnatmosphäre, die jung wie alt gefällt!

Der Umbau zu einer barrierefreien Wohnung schließt also ein ansprechendes Design keinesfalls aus. Auch, wenn der funktionale Charakter der baulichen Veränderungen bisher im Vordergrund stand, findet man mehr und mehr Designer, die sich diesem spannenden Thema zuwenden. Erfahren Sie alles zu altersgerechtem Umbau Ihres Eigenheims auch hier in unserem Informationsportal.

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