ichó: digitaler Therapieball für Demenzkranke

ichó ist griechisch und bedeutet Echo. Auf einen Impuls gibt es eine Reaktion. Die Kraft der Kommunikation wird zurückgegeben. 
ichó ist ein digitaler, interaktiver Therapieball, der erkennt, was mit ihm gemacht wird.

Egal ob Schütteln, Fangen, Werfen, Drücken oder Streicheln – ichó erkennt alle Bewegungen und reagiert mit farbigem Leuchten, Vibration, Klang und Musik.

Viele unterschiedliche Übungen sind möglich, der Individualität und Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Je nach Anwendung sind neben vielen Gedächtnistrainings über beispielsweise das Erraten von Tierstimmen oder auch Übungen zur Beruhigung mit der eigenen Lieblingsmusik möglich. Märchen, Bewegungsübungen oder Hörspiele sind Anwendungen, die gemeinsam mit Therapeuten, Ärzten und Wissenschaftlern für ein umfangreiches und individuelles Angebot erarbeitet wurden.

Steffen Preuß, Geschäftsführer der ichó systems GmbH, erklärt uns, was man mit dem ichó-Ball machen kann und für wen er sich eignet.  

Welche Funktionen hat der Therapieball ichó?

ichó erkennt jede Bewegung und Berührung, der Ball reagiert mit farbigem Leuchten, Vibration, Musik und Geräuschen. Der Therapieball zielt mit seinen vielseitigen Anwendungen auf unterschiedliche Förder­schwerpunkte ab. Durch konfigurierbare Nutzerprofile kann schnell zwischen den Anwendungen und Schwerpunkten umgeschaltet werden. Das heißt, ein und derselbe ichó-Ball kann von mehreren Menschen benutzt werden. Unsere sogenannte Agora ist die zentrale Software von ichó. Hier können immer wieder neue Anwendungen und Spiele ausgewählt werden. Es geht um die Individualität, jeder einzelne Betroffene soll möglichst nach Bedarf gefördert werden.

Steffen Preuß, Geschäftsführer der ichó systems GmbH

Für wen eignet sich ichó?

Ursprünglich wurde ichó für Menschen mit Demenz entwickelt. Inzwischen bietet der Therapieball eine moderne Unterstützung für Jung und Alt. Er dient der Förderung motorischer und kognitiver Fähigkeiten. Er wird eingesetzt bei Kindern beispielsweise mit Autismus oder anderen neurodegenerativen Erkrankungen. Kinder, die vielleicht nur eine Förderung bei Konzentrations- und Lernschwierigkeiten haben, bis hin zu schwersterkrankten Kindern mit der sogenannten Kinderdemenz werden so gefördert und therapiert. ichó ist ebenfalls von großem Nutzen bei Patienten mit Schlaganfall, Unfallverletzte in der Rehabilitation oder Parkinson. Die Liste der Diagnosen ist lang. Die Motivation, den Ball zu bewegen ist hoch. Wenn ich etwas mit dem Ball mache, erwecke ich ihn zum Leben. Natürlich kann ein Therapeut von außen mit der Fernbedienung unterstützen, begleiten und steuern, falls diese Hilfe gebraucht wird. 

Gibt es einen echten therapeutischen Nutzen durch ichó?

ichó kann sehr individuell an die Bedürfnisse eines oder mehrerer Nutzer angepasst werden. Durch die verschiedenen Profile ist ein schneller Wechsel innerhalb der Anwendungen möglich. Therapeuten, Betreuungs- und Pflegefachkräfte haben somit ein vielseitiges Werkzeug. Außerdem arbeiten wir weiter an der Möglichkeit der Aufzeichnung spezifischer medizinischer Daten mit ichó. Wir können mit Hilfe der Sensorik in ichó beispielsweise den Tremor eines Nutzers genau erfassen und objektiv dokumentieren. Das sind wichtige Informationen für den behandelnden Arzt, um Medikationen anzupassen.  
Zukünftig sollen auch die durchgeführten Anwendungen von ichó automatisch in die Pflegedokumentation übertragen werden. So kann der Dokumentationsaufwand erheblich verringert werden. Das bedeutet gewonnene Zeit und somit mehr Zuwendung für die demenziell veränderten Menschen. Ebenso kann auch gegenüber dem MDK eine individuelle soziale Betreuung lückenlos nachgewiesen werden. 

Der Tipp des Experten:
Unsere Workshops sind beliebt und sinnvoll. In gemeinsamer Runde erklären wir ichó – Spaß und ein reger Austausch kommen da nicht zu kurz. Derzeit bieten wir sie kostenlos an! Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Alle Informationen dazu gibt es auf unserer Homepage www.icho-systems.de. 

Erfahren Sie mehr über Demenz in unserem Informationsportal und lesen Sie auch die anderen Experteninterviews zu diesem Thema.

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