Sorglos wohnen mithilfe von Technik

Sorglos wohnen mithilfe von Technik

Ältere Menschen möchten in ihrer vertrauten Häuslichkeit alt werden. Auch bei beginnender Pflegebedürftigkeit sind die eigenen vier Wände der Ort der Wahl. Doch trotzdem haben viele ältere Menschen (und ihre Angehörigen) Bedenken, zu Hause zu bleiben, wenn die eigene Mobilität oder auch das Orientierungsvermögen nachlässt. Grund dafür sind Ängste: vor einem Sturz der unbemerkt bleibt, vor einem Brand der durch ein vergessenes Bügeleisen verursacht wird, vor dem Aufwachen am Morgen und bei akutem Hilfebedarf keinen Vertrauten rufen können, weil das Telefon unerreichbar ist. Inzwischen gibt es diverse Anbieter, die diese Sicherheit in der Häuslichkeit herstellen wollen – durch Technik. Der Markt bietet hier zum Beispiel Sturzmelder, Orientierungslichter oder Hausnotrufsysteme. Technische Assistenz in der Häuslichkeit – eine Lösung?

Sorglos wohnen: Sicherheit im Alter durch Technik

Ältere Menschen möchten in ihrer vertrauten Häuslichkeit alt werden. Auch bei beginnender Pflegebedürftigkeit sind die eigenen vier Wände der Ort der Wahl. Doch trotzdem haben viele ältere Menschen (und ihre Angehörigen) Bedenken, zu Hause zu bleiben, wenn die eigene Mobilität oder auch das Orientierungsvermögen nachlässt. Grund dafür sind Ängste: vor einem Sturz der unbemerkt bleibt, vor einem Brand der durch ein vergessenes Bügeleisen verursacht wird, vor dem Aufwachen am Morgen und bei akutem Hilfebedarf keinen Vertrauten rufen können, weil das Telefon unerreichbar ist. Inzwischen gibt es diverse Anbieter, die diese Sicherheit in der Häuslichkeit herstellen wollen – durch Technik. Technische Assistenz in der Häuslichkeit – eine Lösung?

Unser Gastexperte Tobias Kley klärt auf. Er verantwortet den Bereich Innovation und Technik in der Evangelisches Johannesstift Altenhilfe gGmbH. In dieser Funktion ist Kley auch Verbundkoordinator des Pflegepraxiszentrums Berlin, eines vom BMBF mit rund 4 Mio. Euro geförderten Forschungsprojekts zur Digitalisierung in der Pflege.

Unser Gastexperte Tobias Kley klärt auf. Er verantwortet den Bereich Innovation und Technik in der Evangelisches Johannesstift Altenhilfe gGmbH. In dieser Funktion ist Kley auch Verbundkoordinator des Pflegepraxiszentrums Berlin, eines vom BMBF mit rund 4 Mio. Euro geförderten Forschungsprojekts zur Digitalisierung in der Pflege.

Herr Kley, Technische Assistenz in der Häuslichkeit – ist das nicht eher etwas für die kommenden Generationen?

Die Frage der Technikakzeptanz älterer Menschen wird viel diskutiert, und es gibt diverse Studien dazu. Im Kern ist aber ein Punkt entscheidend: Wenn der Mensch (unabhängig vom Alter) technische Unterstützung für hilfreich hält und einen Mehrwert erhält, steigt die Akzeptanz. Mehr als das Alter spielt die Lebenserfahrung dabei eine Rolle. Jemand der selbst oder im engsten Umfeld Erfahrungen mit Stürzen gemacht hat, wird eher eine Sturzerkennung in den eigenen vier Wänden befürworten als jemand, der noch nicht gestürzt ist. Und hier spielt das Alter dann doch eine Rolle. Denn ältere Menschen stürzen häufiger. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Tobias Kley

Verantwortlicher im Bereich Innovation und Technik in der Evangelisches Johannesstift Altenhilfe gGmbH

Tobias Kley

Verantwortlicher im Bereich Innovation und Technik in der Evangelisches Johannesstift Altenhilfe gGmbH

Herr Kley, Technische Assistenz in der Häuslichkeit – ist das nicht eher etwas für die kommenden Generationen?

Die Frage der Technikakzeptanz älterer Menschen wird viel diskutiert, und es gibt diverse Studien dazu. Im Kern ist aber ein Punkt entscheidend: Wenn der Mensch (unabhängig vom Alter) technische Unterstützung für hilfreich hält und einen Mehrwert erhält, steigt die Akzeptanz. Mehr als das Alter spielt die Lebenserfahrung dabei eine Rolle. Jemand der selbst oder im engsten Umfeld Erfahrungen mit Stürzen gemacht hat, wird eher eine Sturzerkennung in den eigenen vier Wänden befürworten als jemand, der noch nicht gestürzt ist. Und hier spielt das Alter dann doch eine Rolle. Denn ältere Menschen stürzen häufiger. Die Gründe dafür sind vielfältig.

Was sind geeignete Lösungen zum Einstieg in die Welt der technischen Unterstützung?

Nicht jeder ältere Mensch braucht technische Unterstützung. Unsere Fähig- und Fertigkeiten ändern sich höchst individuell. Daher muss Technik dem Rechnung tragen. Es gibt nicht das eine Gerät oder die eine Lösung. Das macht die Orientierung im Anbieterdschungel schwierig. Gute Einstiegslösungen sind beispielsweise Orientierungslichter, die beim nächtlichen Bettverlassen den Weg beleuchten. Das ist zum einen Komfort, zum anderen aber Sturzprävention, denn Dinge, die im Weg liegen, werden rechtzeitig gesehen. Kennen Sie das Gefühl, dass Sie nicht wissen, ob Sie den Herd angelassen haben? Vermutlich ja. Die Frage stellen sich nicht nur Menschen mit beginnender Demenz. Eine automatische Herdabschaltung macht daher auch schon Sinn, wenn man noch nicht pflegebedürftig ist. Mit weitergehendem Hilfebedarf ist dann die Sturzerkennung im Bad oder vor dem Bett hilfreich. Am besten ist es natürlich, wenn das Vorhandensein so viel Vertrauen schenkt, dass Menschen mit Hilfebedarf länger in der eigenen Wohnung leben können. Übrigens: Auch der Gesetzgeber unterstreicht diesen Bedarf pflegebedürftiger Menschen mit dem Grundsatz „Ambulant vor stationär“ im §3 SGB XI.

Wo können sich betroffene Menschen informieren?

Wo können sich betroffene Menschen informieren?

Ich wünschte ich könnte hier eine einfache Antwort geben. Leider gibt es die (noch) nicht. In vielen Fällen hilft eine erste Suche im Internet. Ein Stichwort wäre „AAL“ (Ambient Assisted Living). Unter den Stichworten „Musterwohnung“ und die eigene Stadt findet man häufig die Möglichkeit, sich assistierende Technik auch anzuschauen. Zudem gibt es Internetseiten wie wegweiseralterundtechnik.de oder auch Seiten von Anbietern wie beispielsweise die escos automation GmbH. Je nach Bundesland gibt es auch öffentliche Beratungsstellen wie zum Beispiel die Pflegestützpunkte. Diese bieten auch eine Beratung an. Allerdings beraten nicht alle Stellen auch zum Thema Technik. Da hilft ein Anruf vorher.

Der Tipp des Experten:
Erkundigen Sie sich nach öffentlichen Musterwohnungen in Ihrer Umgebung. Dort kann man die Technik anfassen und prüfen, ob diese als persönlich hilfreich empfunden wird.

Lesen Sie auch in unserem  Informationsportal zu technischen Hilfsmitteln, Assistenzsystemen und Ambient Assisted Living. Alles zu altersgerechtem Umbau der eigenen vier Wände und Finanzierung & Förderung erfahren Sie hier.

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