Wohnen für Hilfe

Das Wichtigste in Kürze:

  • Unter dem Namen „Wohnen für Hilfe“ werden vor allem wohnraumsuchende Studierende mit Hilfesuchenden – nicht selten Senioren – zusammen.
  • Die Wohnpartner ziehen als Untermieter ein und erbringen im Gegenzug Hilfeleistungen im Haushalt und im Garten.
  • Nicht zum Dienstleistungskatalog zählen jedoch medizinische Leistungen und fachkundige Hilfe bei der Pflege.

Wohnen für Hilfe – was ist darunter zu verstehen?

Unkomplizierte Hilfe im Haushalt, im Garten oder bei der Kinderbetreuung – Wohnen für Hilfe eröffnet diese Möglichkeiten: Sie nehmen einen Untermieter auf, der sich im Gegenzug zur Unterstützung verpflichtet. Was so einfach klingt, ist zunächst einmal gewöhnungsbedürftig: Ein fremder, junger Mensch in den eigenen vier Wänden? Doch die Praxis zeigt, dass diese Wohnpartnerschaften echte Vorteile bringen und gut funktionieren können. Eine Unterstützung im Haushalt wünschen sich insbesondere Menschen mit Pflegebedürftigkeit, daher kann dieses Konzept für sie sehr interessant sein.

junge Frau hilft Senioren bei Handynutzung

Wie funktioniert Wohnen für Hilfe?

Der Ansatz dieses bereits seit 1992 praktizierten Konzepts ist ganz einfach: Studierende haben vor allem in den Metropolen Probleme, finanzierbaren Wohnraum zu finden. Gleichzeitig benötigen viele Menschen unterschiedlichen Alters und mit ausreichender Wohnfläche Hilfeleistungen und Unterstützung. Die Lösung: Diese Interessen werden zusammengeführt, indem Studierende als Untermieter einziehen und sich bei ihrem Vermieter einbringen. Zusätzlich zu einer niedrigen oder erlassenen Miete und den separat zu begleichenden Nebenkosten wird eine Gegenleistung vereinbart. Dabei handelt es sich meist um Tätigkeiten wie:

  • Unterstützung im Haushalt
  • Kinderbetreuung
  • Gartenarbeit
  • Behördengänge
  • Fahrdienste
  • Hilfe beim Schriftverkehr

In der Vertragsgestaltung sind Sie frei: Sie können die gegenseitigen Pflichten ganz Ihren individuellen Bedürfnissen anpassen. Gestalten Sie den Vertrag jedoch möglichst konkret, sodass für alle Beteiligten Klarheit besteht. Wohnen für Hilfe fußt auf einer Faustregel: Je Quadratmeter vermieteter Wohnfläche sollte pro Monat eine Stunde Hilfe geleistet werden.

Unter dem Namen „Wohnen für Hilfe“ werden mittlerweile nicht mehr nur Studierende vermittelt, sonder auch Azubis und Schüler aber auch nicht selten Frührentner und -rentnerinnen, die möglicherweise auf eine niedrige Miete angewiesen sind.

Info: Nur begrenzte Hilfe bei der Pflege
Von diesem Tauschhandel ausgenommen sind grundsätzlich medizinische oder direkte pflegerische Tätigkeiten. Dafür müssen Sie eine Vereinbarung mit einem ambulanten Pflegedienst treffen.

Von wem wird das Programm Wohnen für Hilfe angeboten?

Hinter diesem Programm stehen örtliche Studentenwerke an den Hochschulstandorten – mittlerweile sind es bundesweit 25, die sich an diesem Projekt beteiligen und vor Ort vermittelnd tätig werden. Darüber hinaus begleiten auch einige soziale Einrichtungen und Agenturen den Vermittlungsvorgang. Einen Überblick über bundesweite Angebote von „Wohnen für Hilfe“ durch Einrichtungen öffentlicher, caritativer Organisationen oder Vereine erhalten Sie hier.

Zunächst sind nämlich umfangreiche Bewerbungsbögen auszufüllen. Hier können Sie Ihre Wünsche, Bedürfnisse und natürlich die konkrete Hilfe, die Sie benötigen, schildern. Ebenso gehen die Studierenden vor, die ihrerseits bestimmte Hilfeleistungen anbieten.

Dann folgt die Zeit des Kennenlernens – und die ist ausgesprochen wichtig. Schließlich wollen Sie eine Wohngemeinschaft bilden und da sollte das Zusammenleben funktionieren.

Tipp: Mehrere Treffen im Vorfeld
Nehmen Sie sich in jedem Fall Zeit, um Ihre potenziellen Untermieter so gut wie möglich kennenzulernen. Studentenwerke und Agenturen stehen Ihnen dabei hilfreich zur Seite.

Aktive Hilfe bei der Pflege – diese Möglichkeiten haben Sie

Das Programm Wohnen für Hilfe eignet sich eher nicht, um die Grundpflege hilfsbedürftiger Menschen zu organisieren  die studentischen Untermieter dürfen diese Dienstleistungen nicht erbringen. Vielmehr geht es um die Unterstützung bei der Haushaltsführung, gewisse kleinere Pflegeleistungen oder auch gemeinsame Unternehmungen.  Sollten Sie einen Pflegegrad haben, können Sie jedoch ambulante Pflegedienste als
 
Pflegekassenleistung nutzen. Eine weitere Möglichkeit sind sogenannte Pflege-Wohngemeinschaften: Hier tun sich drei bis zwölf Pflegebedürftige zusammen, um gemeinsam zu leben, professionelle ambulante Hilfe bei der Pflege sowie Leistungen aus Pflegeversicherungen in Anspruch zu nehmen. 

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