Quartier – Quartierskonzepte

Ein Quartier ist ein sozialer Lebensraum, in dem Menschen wohnen, leben und als Gemeinschaft vernetzt und im besten Falle füreinander da sind. Das kann ein Stadtviertel, ein Straßenzug, ein Ortsteil oder ein Wohnkomplex sein. 

Mehr Barrierefreiheit, Unterstützungs- und Pflegeangebote in der Quartiers­entwicklung

Bund, Länder, Städte und Gemeinden wollen die Quartiersentwicklung gerade auch im Hinblick auf den demographischen Wandel fördern. Ziel ist es, barrierefreie Wohnformen der unterschiedlichsten Modelle zu schaffen und zu integrieren und für hilfebedürftige Menschen gut vernetzte Strukturen von Unterstützungs- und Pflegeangeboten bereitzuhalten. Im Quartier spielt neben der professionellen Dienstleistung aber auch die ehrenamtliche Arbeit, die bürgerschaftliche Initiative und Nachbarschaftshilfe eine übergeordnete Rolle. Quartiere zu entwickeln bedeutet deshalb auch größte Anstrengungen, die solidarische Gemeinschaft und die soziale Teilhabe zu fördern und die Quartiere für alle Generationen attraktiv zu machen. 

Wohnen in einem altersgerechten Quartier

Stadt- und Gemeindeplaner gehen zunehmend direkt in die Bezirke, wo es schon einen großen Seniorenanteil gibt. Dort schaffen sie schrittweise mehr barrierefreie Wohnungen und Wohnumgebungen sowie ein Netzwerk von Einrichtungen für Pflege und Inklusion, von Treffpunkten für die Gemeinschaft, aber beispielsweise auch von Orten für Bildung oder Jugendarbeit. Strukturen und Angebote der medizinischen und pflegerischen Versorgung werden verbessert – sie sind niedrigschwellig und barrierefrei. Nicht zuletzt wird auch die digitale Vernetzung vorangetrieben. Sie sind eine unentbehrliche Unterstützung aller Akteure und Bewohner. Informationsaustausch, Mitgestaltung, Transparenz, Effizienz und Verkürzung von Wegen sind die Vorteile. Die ersten Projekte digitaler Pflegeplattformen für Quartiere sind auf dem Weg (https://www.pflege-im-quartier.de/). 

Aber nicht nur die Veränderung in der Altersstruktur erfordert neue Quartierskonzepte. Diese sind auch notwendig, um sich den Herausforderungen eines drastischen Pflegekräftemangels zu stellen, der in den kommenden Jahren noch weiter zunehmen wird. So prognostiziert die Bertelsmann Stiftung für das Jahr 2030 einen Anstieg der Zahl der Pflegebedürftigen um 50 Prozent. Gleichzeitig fehlten rund eine halbe Million Vollzeit-Pflegekräfte, so die Autoren der Studie. Experten gehen davon aus, dass die bisherige personalintensive Pflegeheim-Infrastruktur deswegen nicht zu halten sein wird. Neue Konzepte sind gefragt, die auch die Zivilgesellschaft mehr einbinden – und genau hier kommt das Quartier ins Spiel. 

Altersgerechte Quartiere als Alternative zu Pflegeheimen

Denn: Altersgerechte Quartiere mit barrierefreien Wohn- und Bewegungsmöglichkeiten und einer unterstützenden Infrastruktur insbesondere in Patientenversorgung und Pflege können Heimaufenthalte für die pflegebedürftigen Bewohner vermeidbar machen. Es ist also möglich, in Quartieren eine Versorgungssicherheit herzustellen, die an das stationäre Versorgungslevel heranreicht. Letztlich soll ein funktionierendes Quartier ein selbstständiges und höchstmöglich selbstbestimmtes Leben der Bewohner bis in das hohe Alter oder bis zum Lebensende ermöglichen. Lesen Sie dazu auch unser Experten-Interview zum Thema „Altersgerechte Quartiere“.

Alle Quartiere haben natürlich ihre eigenen Schwerpunkte. Dort, wo seniorengerechtes Wohnen und Pflege im Fokus stehen, haben sich Konzepte wie das sogenannte „Bielefelder Modell“ etabliert, das heute erfolgreich an vielen weiteren Orten kopiert wird. Je nach Konzept und Größe werden alle denkbaren alternativen Wohnformen wie Senioren-Wohngemeinschaften, Mehr­generationen-Wohnen, ambulant betreute Wohngemeinschaften und Pflege-WGs oder Demenz-WGs in die Quartiersstruktur integriert.

Säulen pflegegerechter Quartiere sind:
 

  • Barrierefreies Wohnen/ barrierefreies Wohnumfeld 
  • Integration selbstständiger und spezieller Wohnformen (betreutes Wohnen, Demenz-WG etc.) 
  • Soziale Angebote einrichten und integrieren (Begegnungsorte, Einrichtungen der Bildung, Beratung und Hilfe) 
  • Nachbarschaftshilfe und Ehrenamt fördern, gegenseitige Hilfe 
  • Pflegedienstleister nach Bedarf anschließen oder integrierter sogenannter „Pflegekern“ in einer Hausetage oder einem Haus, der die gesamte Nachbarschaft „versorgt“ 
  • Quartiersmanager werden bereitgestellt und finanziert (Koordinierung der verschiedenen Angebote)

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