Gesundheitsschuhe: ein Segen für die Füße

Wer gesunde Füße haben möchte, muss die richtigen Schuhe tragen. Am besten sogenannte Gesundheitsschuhe, oft auch als orthopädische Schuhe bezeichnet. Denn Fußschmerzen und -probleme sind in den meisten Fällen auf unergonomisches Schuhwerk zurückzuführen. Werden die Füße täglich viele Stunden am Stück zu stark eingeengt und die Zehen gestaucht, droht ein Spreizfuß. Zu den möglichen Folgen zählen außerdem Schiefzehen oder Nervenschmerzen. Wenn die Schuhe nicht die nötige Dämpfung beim Laufen aufweisen, sind des Weiteren auch Beschwerden wie Rückenschmerzen, Entzündungen der Knochenhaut im Schienbein oder rissige Fersen möglich. Umgekehrt kann eine zu starke Dämpfung zu viel Entlastung bewirken und dadurch Muskelabbau im Fuß, schwache Sehnen und möglicherweise sogar Osteoporose (Knochenschwund) nach sich ziehen.

Gerade für Senioren ist eine gesunde und hochwertige Fußbekleidung wichtig, denn für alle genannten Beschwerden sind sie besonders anfällig. Sie leiden zudem häufiger an Erkrankungen wie Arthrose, Rheuma oder Diabetes, die dazu führen können, dass die Füße anschwellen oder eine besondere Druckempfindlichkeit entwickeln. Daher wird insbesondere älteren Menschen empfohlen, Gesundheitsschuhe zu tragen.

Doch was genau zeichnet Gesundheitsschuhe aus? Welche Arten und Formen gibt es? Und können die Kosten von der Kasse erstattet werden? Diese und weitere Fragen beantwortet uns Friedrich Leucht, Geschäftsführer des Schuhherstellers algemare.

Herr Leucht, wodurch zeichnen sich Gesundheitsschuhe aus?

Gesundheitsschuhe orientieren sich an der natürlichen Form unserer Füße. Der Fuß hat im Schuh ausreichend Platz, und zwar sowohl in der Länge als auch in der Breite. Dadurch werden Druckstellen vermieden; gleichzeitig hat aber der Fuß den notwendigen Halt. Dieser ist idealerweise durch Klettverschlüsse oder Schnürsenkel regulierbar. Dadurch können auch Weitenunterschiede zwischen dem rechten und dem linken Fuß ausgeglichen werden. Gesundheitsschuhe sind mit einer anatomisch geformten Einlage versehen, die idealerweise wechselbar ist und so eventuell Platz für eine individuell gefertigte Einlage schafft.

Friedrich Leucht

Geschäftsführer von algemare

Wer braucht Gesundheitsschuhe?

Gesundheitsschuhe kann grundsätzlich jeder gebrauchen. Der Begriff ist sehr weit gespannt und nicht genau definiert. Richtiger ist es, von fußgerechten Schuhen zu sprechen, die unseren natürlichen Bewegungsablauf nicht behindern, sondern uns beim Gehen und Laufen entlasten. Bei Fußverformungen sind spezielle Schuhe notwendig, um zum Beispiel bei Senk- oder Spreizfüßen oder Hallux valgus (Ballenzeh) durch Einlagen die bestehenden Fußschmerzen zu lindern.

Empfehlen sich Gesundheitsschuhe prinzipiell auch für Menschen, die keine Probleme mit den Füßen haben, etwa um Problemen vorzubeugen?

Das ist in der Tat zu empfehlen, wobei – wie schon erwähnt – „Gesundheitsschuhe“ kein klar definierter Begriff ist. Grundsätzlich sollte jeder von uns für den täglichen Gebrauch bequeme Schuhe haben, die den Fuß nicht einengen und ein bequemes Gehen ermöglichen. 98 Prozent der Neugeborenen haben kerngesunde Füße. Von Erwachsenen über 21 Jahre haben bereits 78 Prozent Fußschmerz erfahren. Nach einem Arbeitstag klagen über 52 Prozent über schmerzende Füße oder müde Beine. Gesundheitsschuhe sind also von nicht zu unterschätzender Bedeutung, da deformierte Füße Einfluss auf das gesamte Wohlbefinden des Menschen haben.

Welche Arten von Gesundheitsschuhen gibt es? Werden beispielsweise auch Gesundheitsschuhe in Business-Look, als Sneaker oder Sandalen angeboten?

Bei fast allen Schuhtypen gibt es Gesundheitsschuhe, die die notwendigen Anforderungen erfüllen. Gesundheitsschuhe sind nämlich sehr vielfältig und kommen in ganz unterschiedlichen Weiten, Absatzhöhen und Formen daher. Ausnahmen bilden nur High Heels oder Badelatschen aus Fernost. Sie sind nicht als Gesundheitsschuhe erhältlich.

Was sind Diabetikerschuhe?

Diabetikerschuhe zeichnen sich durch eine besondere Weite und extrem weiches Futter aus, um die durch die Diabeteserkrankung entstandenen empfindlichen Druckstellen an den Füßen abzupolstern. Auch Diabetikerschuhe sind bei fast allen Schuhtypen vertreten.

Was die Optik betrifft, haben Gesundheitsschuhe keinen guten Ruf. Ist es ein Mythos, dass Gesundheitsschuhe selten „schick“ sind?

Bei Gesundheitsschuhen liegt das Hauptaugenmerk der Designer auf der Passform. Dem muss sich manchmal die Mode unterordnen. Deshalb ist es aus technischen Gründen oftmals einfach nicht möglich, alle aktuellen Modetrends umzusetzen. Aber es gibt heute viele innovative Hersteller, die den Spagat zwischen Mode und Bequemlichkeit hervorragend beherrschen. Mit der entsprechenden Beratung im Fachgeschäft kann jeder das geeignete Modell finden.

Worauf ist bei der Wahl von Gesundheitsschuhen zu achten?

An erster Stelle steht die Passform. Hier sollten keine Abstriche gemacht werden. Heute gibt es neben Leder viele neue synthetische Materialien, die ebenbürtig sind. Entscheidend ist das Klima im Schuh: Das eingesetzte Material muss feuchtigkeitsregulierend sein, damit auch an und nach einem langen Tag ein angenehmes Gefühl im Schuh gewährleistet ist. Ein anatomisch geformtes Fußbett trägt positiv dazu bei.

Kann man sich die Kosten der Gesundheitsschuhe von der Kasse erstatten lassen?

Werden maßangefertigte orthopädische Schuhe vom Facharzt verordnet, erstattet die Krankenkasse die Kosten. Der oder die Versicherte muss nur die Zuzahlung, die aktuell 10 Euro beträgt, sowie den gesetzlichen Eigenanteil leisten. Anspruch auf Kostenerstattung besteht aber nur dann, wenn das normale Schuhwerk nicht bedarfsgerecht angepasst werden kann, beispielsweise durch das Einsetzen einer orthopädischen Einlage.

Tipp Icon

Der Tipp des Experten:

Die Schuhe, die Sie täglich tragen, müssen unbedingt fußgerecht sein, damit Sie keine Probleme mit den Füßen kriegen. Lassen Sie sich daher ausreichend Zeit bei der Wahl Ihres Schuhwerks und vergleichen Sie unterschiedliche Modelle von unterschiedlichen Herstellern.

Weiterführende Infos: Hochwertige Gesundheitsschuhe finden Sie hier. Neben fußgerechten Schuhen ist auch eine gute Fußpflege wichtig, damit die Füße gesund bleiben. Übrigens: Wer sich viel bewegt, muss darauf achten, genug zu trinken – gerade in den Sommermonaten. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel „Dehydrierung & Prophylaxe“. 

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