Pflege nach Schlaganfall

Ein akuter Schlaganfall erfordert sofortige Maßnahmen

Menschen mit Schlaganfall (Apoplex) leiden an einer ernstzunehmenden Erkrankung des Gehirns. Typisch für den Apoplex sind deshalb auch neurologische Ausfälle: Störungen von Sprache, Bewegung, Muskelkontrolle und in akuten und sehr schweren Fällen auch Störungen der Atmung. Treten solche neurologischen Ausfälle plötzlich auf, sollten Sie an einen Schlaganfall denken. Dann kann Lebensgefahr bestehen und Sie sollten sofort den Notruf (112) wählen. Meist werden betroffene Menschen zur Diagnostik und Therapie in ein Krankenhaus eingewiesen. Schlaganfälle gelten als Notfall, weshalb betroffene Personen sofort medizinisch überwacht und diagnostische Maßnahmen durchgeführt werden müssen.  

Krankenpflegerin hilft Frau nach Schlaganfall
reha für mann im rollstuhl

Lassen Sie sich vom Fachpersonal in Krankenhäusern und Rehakliniken in Pflegefragen beraten

Betroffene Menschen und ihre Bezugspersonen sollten von Beginn an in die Behandlung einbezogen werden. Pflegefachkräfte in Krankenhäusern können Ihnen Fragen zur Erkrankung beantworten. Bezugspersonen können sich zeigen lassen, wie der von einem Apoplex betroffene Mensch versorgt wird. Lassen Sie sich zeigen, welche Pflegemaßnahmen durchgeführt werden und versuchen Sie, dabei zu helfen. Wenden Sie sich auch an den Krankenhaussozialdienst. Auch Rehabilitationseinrichtungen verfügen über Mitarbeiter, die Sie beraten können.  

Apoplexie kann zu sehr vielen verschiedenen Einschränkungen führen, wonach sich die Pflegemaßnahmen richten:

  • Lähmungen: Die Muskeln können nicht arbeiten, weshalb sich die Menschen nicht mehr bewegen können. Es können kleine Teile des Körpers davon betroffen sein. Teilweise bestehen Einschränkungen „nur” durch ein Kribbeln in der Hand oder durch einen leicht hängenden Mundwinkel. Andere Menschen sind schwer getroffen und können beispielsweise eine gesamte Körperhälfte nicht mehr benutzen. Entsprechend umfangreich kann die notwendige Pflege sein.
  • Sprechprobleme: Es kann sein, dass solche Personen jedes Wort verstehen, dass im Umfeld gesprochen wird. Gleichzeitig können sie selbst nur noch stammelnde Laute von sich geben. Wie sehr sie sich auch anstrengen, sie können sich nicht verständlich machen. Man sollte beruhigend auf die Person eingehen.  
  • Schwierigkeiten beim Sehen.  
  • Gefühlsstörungen, die mit oben beschriebenen Lähmungen zusammenhängen.  
  • Schluckbeschwerden: Bitte geben Sie Menschen nach einem Schlaganfall erst zu trinken, wenn Sie wissen, welche Einschränkung vorliegt. Beim Verschlucken besteht für betroffene Personen die große Gefahr, dass zusätzliche Erkrankungen auftreten. 
  • Persönlichkeits­veränderung. 
  • Inkontinen(Unfähigkeit, Ausscheidungen zurück zu halten).
  • nicht mehr entscheidungsfähig sein. 

Die Pflegebedürftigkeit richtet sich nach dem Umfang der oben aufgezählten und weiterer Ausfallerscheinungen. Ebenso muss der Pflegebedarf gegebenenfalls durch Pflegefachkräfte ermittelt werden. 

Menschen nach Schlaganfall werden in allen Wohnformen gepflegt. Die Pflege betroffener Menschen kann der Pflegeperson unter Umständen sehr viel abverlangen. Als pflegende Bezugsperson sollten Sie ihre Leistungsfähigkeit gut einschätzen. Nutzen Sie Beratungsangebote von Kliniken und Sozialdiensten. Binden Sie das Umfeld (beispielsweise Freunde, nahe und ferne Angehörige) der betroffenen Person ein. Das Erleiden eines Schlaganfalls kann starke finanzielle Auswirkungen haben. Orientieren Sie sich auch nach Selbsthilfegruppen.

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